Spendenaktion “batzebär” der Kinderkliniken
Kristina Rothen-Böhm, die Tochter von Karlheinz Böhm, probt mit 30 Jugendlichen seit dem Sommer jeden Sonntag für den grossen Auftritt zu Gunsten des „batzebär“ der Kinderklinik Bern. Die Aufführungen des musikalischen Tanztheaterstücks – geschrieben und geleitet von Kristina Rothen-Böhm – finden im Auditorium des Berner Inselspitals und im grossen Saal im Hotel Bern statt. Beim Musikhaus Krompholz hat jetzt der Vorverkauf begonnen.
Text und Bilder von Silvia Pfenniger
Legende: (1.Reihe v. l.) Mikosch Loutsenko und Sulamith Scheurer; (2.Reihe v.l.) Sara Lena Rolli, Sophie Achermann, Kristina Rothen – Böhm, Marlene Fischer, Felicia Hoffmann, Amina Nadjar (3.Reihe v.l.) Bernhard Fritz, Driton Idrizi, Nicole Stoll, Jasmin Rothen, Bianca Schnell, Lisa Witzig, Fabio Dinardo (4.Reihe v.l.): Seraina Fischer, Michelle Warmbrodt, Jana Klemke, Andrea Horisberger, Tanja Rothen, Andrea Grossenbacher, Laura Rothen, Kim Steiger, Nathalie Minder, Ardian Bequiri, Nhu Pham, Olivia Long
Sonntag Nachmittag 14 Uhr: Auf der Bühne im Hotel Bern hat die Probe der ersten Szene bereits begonnen. Kommissar Hansjaköbi alias Laura Rothen ermittelt und versucht mit seiner chaotischen Art ein Wirrwarr aus Lügen, Drogen und Diebstahl zu durchschauen.
Mit seinem Scharfsinn macht Hansjaköbi auch vor den Nonnen nicht Halt, welche die Jugendlichen im Heim betreuen.
Laura Rothen, die 17jährige Tochter von Kristina Rothen-Böhm und ihre beiden Schwestern Jasmin (18) und Tanja (14) proben zusammen mit rund 30 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren für ihre grossen Auftritte. Am 7. März um 15.30 im Auditorium Ettore Rossi im Inselspital und am 20. und 21. März um 19.30 im grossen Saal im Hotel Bern. Und dies alles für einen guten Zweck: Der gesamte Erlös geht an den „batzebär“, die Spendeaktion der Kinderkliniken Bern.
Kristina Rothen-Böhm, Autorin, Regiesseurin und Leiterin führt die Jugendlichen mit ansteckender Einsatzfreude, Leidenschaft und Perfektion fürs Theater. Wie sie dies von ihrem Vater Karlheinz Böhm,
dem weltberühmten Schauspieler der Sissi-Filme, und ihrer Mutter Schauspielerin Gudula Blau geerbt und gelernt hat. Karlheinz Böhm, der am 18. März seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, setzt sich seit 25 Jahren für die Äthiopienhilfe ein.
Seine Tochter, Kristina Rothen-Böhm, die mit ihren Töchtern in Ostermundigen bei Bern wohnt, lobt, ermuntert, spornt an und tadelt, wenn es sein muss. Ihren aufmerksamen Ohren und Blicken entgeht nichts. „Nein, nein Kinder, so geht es nicht! Etwas lauter bitte, damit auch der hinterste Zuschauer jedes Wort verstehen kann. Also bitte nochmals von vorne!“
Kristina Rothen-Böhm: „Es wird so viel über die Jugendlichen geschimpft, aber ich habe die besten Erfahrungen gemacht.“
Die zündende Idee für ein Theaterstück kam von Professor Zacharias Zachariou, Direktor und Chefarzt der Chirurgischen Kinderklinik des Universitätsspitals. Er ermutigte Kristina Rothen-Böhm, die im Sekretariat Aus- und Weiterbildung des Inselspitals arbeitet, ein Theaterstück für und über Kinder zu schreiben. Sie machte sich mit Begeisterung ans Werk. Seit ihrer Kindheit versuche sie anderen Menschen zu helfen und sie zum Lachen zu bringen“, erzählt die Autorin, die mit einem Herzfehler geboren wurde und immer wieder im Spital behandelt werden musste. „Um die anderen Kinder zu trösten und sie auf zu heitern , habe ich schon als kleines Mädchen jeweils den Chasperli gespielt“, erzählt sie.
Hoffnung und Glauben auch in schwierigen Situationen nicht verlieren
Hoffnung und Glauben auch in Situationen, die sehr schwierig sind, nicht zu verlieren, ist die Botschaft, die Kristina Rothen-Böhm mit ihrem Theaterstück vermitteln will. Die Texte sind lebhaft, direkt und natürlich. Den Jugendlichen auf den Leib geschrieben. Doch jeder Satz und jede Geste muss stimmen. Auf der Bühne sind die beiden Nonnen Andrea Horisberger und Tanja Rothen im Rampenlicht und die furchtbar gekünstelt wirkende und ach so perfektionistische Sekretärin Michelle Warmbrodt.
Im Saal werden für die nächste Szene zum xten Mal Gesten und Tanzschritte eifrig repetiert.
Dazwischen spaziert Snoopy, der kleine Vierbeiner, stolz umher als müsste er den ganzen Saal bewachen.
„Snoopy ist unser Maskottchen. Er hat mich und meine Töchter nach dem Tod meines Manns getröstet“, erklärt Witwe Kristina Rothen-Böhm, deren Ehemann Peter Rothen im Sommer 2004 völlig unerwartet gestorben ist.
Viele gute Geister sind am Werk
Daniela Badertscher, vom Coiffeur-Salon Badertscher in Ostermundigen, schminkt eine Darstellerin. Auch Daniela Badertscher ist für den guten Zweck an ihrem freien Sonntag Nachmittag unermüdlich im Einsatz. „Sie zählt zu den vielen hilfsbereiten und motivierten Menschen, die uns unterstützen“, lobt Kristina Rothen-Böhm. Darunter auch Tanja Mikhail, die Choreografin von der New Dance Academy. Die Berner Tanzschule hat Kristina Rothen-Böhm bei der Suche nach Jugendlichen geholfen, die bereit waren sich für das Projekt zu engagieren. Jugendliche, die neben Schule, Lehre oder Job – ein gemeinsames Hobby, das Tanzen, pflegen. Das Echo war gross. Alle Rollen waren im Nu besetzt. Und noch viel positiver: Die Jugendlichen haben ihr Engagement seit dem Sommer durchgehalten und Woche für Woche ihren freien Sonntag Nachmittag eingesetzt.
Bei den Hip-Hop Tanzszenen können die jungen Darsteller ihrem Temperament und ihrer Bewegungsfreude vollen Lauf lassen. Eine harte Probe für die Kostüme! Zum Glück sind diese weit geschneidert. Auch da haben viele gute Geister mitgeholfen. Zum Beispiel Brigitte Salvi, die Nachbarin der Familie Rothen-Böhm in Ostermundigen, die spontan zwei Kostüme genäht hat. Positiv reagiert hat auch Bernmobil. “Dieter Zollinger hat auf mein mail spontan eingewilligt, gratis für unser Tanz-Theater zu werben. Ich habe fast geweint vor Freude“, erzählt Kristina Rothen-Böhm strahlend und ergänzt: „Auch alle Mitarbeitenden vom Kinderspital helfen dem batzebär.“ Jetzt braucht es bloss noch ein engagiertes Publikum, das für ausverkaufte Aufführungen sorgt. Lachen und Spannung werden garantiert! Und erst noch für einen guten Zweck . . .
Vorverkauf beim Musikhaus Kompholz in Bern: 031 328 52 00. Eintrittspreis bis 18 Jahre 5 Franken; ab 18 Jahren 20 Franken.