Sehen und gesehen

11. April 2009

SNB:Philipp Hildebrand

Philipp Hildebrand wird Nachfolger von Jean-Pierre Roth

Der Bundesrat hat Philipp Hildebrand zum neuen Präsidenten der Schweizerischen Nationalbank SNB ernannt. Philipp Hildebrand tritt die Nachfolge von Jean-Pierre Roth, der Ende 2009 in den Ruhestand geht, am 1. Januar 2010 an. Philipp Hildebrand ist national und international hervorragend vernetzt und wird in Wirtschafts- und Politkreisen als Brückenbauer zwischen der Schweiz und den USA gelobt. Die Reaktionen auf seine Ernennung sind rundum positiv.

Bilder und Text: SIlvia Pfenniger

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Jean-Pierre Roth, Präsident der Schweizerischen Nationalbank und sein Nachfolger Philipp Hildebrand Jean-Pierre Roth, SNB-Präsident und sein Nachfolger Philipp Hildebrand am Bankiertag im Berner Stade de Suisse.

Die Wahl von Philipp Hildebrand gilt für den Rest der laufenden Amtsperiode, die am 30. Juni 2015 endet. Hildebrand ist seit 2003 Mitglied des Direktoriums der SNB und seit 2006 dessen Vize. Neuer Vizepräsident der SNB wird Thomas Jordan, neues Mitglied im Direktorium Jean-Pierre Danthine. Danthine ist Professor für Makroökonomie und Finanztheorie an der Universität Lausanne, Managing Director des Swiss Finance Institute sowie Research Fellow des Center for Economic Policy Research (CEPR) in London.

Philipp M. Hildebrand, geboren am 19. Juli 1963, absolvierte in Zürich die Matura und erwarb 1988 an der Universität Toronto den Bachelor of Arts. Es folgten Nachdiplomstudien am Hochschulinstitut für internationale Studien (HEI) in Genf (1988-1990), am Europäischen Universitätsinstitut (EUI) in Florenz (1992) sowie am Center for International Affairs der Harvard University, Cambridge (1993). 1994 promovierte Hildebrand zum Dr. phil. in International Relations an der Universität Oxford. Seit 2002 hat er als Gastprofessor für Volkswirtschaft und Politologie einen Lehrauftrag am HEI inne.

ICT-Networking 2006 im Kursaal Bern: Ständerat Bruno Frick mit Jack Hildebrand und Sohn Philippe Hildebrand. ICT-Networking 2006 im Kursaal Bern: Ständerat Bruno Frick mit Jack Hildebrand und Sohn Philipp Hildebrand, der als Referent dabei war.

Ernsthaftigkeit ist in Philipp Hildebrands Metier angebracht. «Notenbanken sind nicht gerade von Witz und Humor geprägt», erklärte Hildebrand, warum er die Humor- und Witzquote nicht vollständig ausschöpfe. Geldpolitik könne im besten Sinne nachhaltiges Wirtschaftswachstum schaffen oder fehlgeleitet unermesslich Schaden anrichten. «So sind Geldpolitiker auch eher ernsthafte und im Sinne der Sache reputationsbedachte Menschen, denen das Witzigsein nicht immer leicht fällt und vielleicht auch nicht leicht fallen sollte.» (Silvia Pfenniger 06)

Zu Hildebrands beruflicher Laufbahn

Seine berufliche Laufbahn begann Hildebrand 1994 beim World Economic Forum (WEF) in Genf. 1995 wechselte er zu Moore Capital Management in London und New York, wo er ab 1997 als Partner wirkte. Im Jahr 2000 trat er als Chief Investment Officer in die Vontobel Gruppe in Zürich ein, bevor er 2001 zur Union Bancaire Privée in Genf übertrat, wo er als Chief Investment Officer und Mitglied des Exekutivkomitees tätig war.

Mit seiner Ernennung ins Direktorium der Schweizerischen Nationalbank übernahm Hildebrand im Juli 2003 die Leitung des III. Departements (Finanzmärkte, Operatives Bankgeschäft, Informatik). Per 1. Mai 2007 wählte ihn der Bundesrat zum Vizepräsidenten des Direktoriums und Vorsteher des II. Departements (Finanzen, Bargeld, Finanzsysteme, Sicherheit) in Bern.

Im Januar 2006 wurde Phillip M. Hildebrand zum Vorsitzenden der Stellvertreter der Zehnergruppe (G-10) ernannt, und im August 2006 zum Präsidenten des Stiftungsrates des „International Center for Monetary and Banking Studies“ (ICMB) in Genf. Er ist Mitglied des Comité stratégique von Agence France Trésor, des für die Schulden- und Vermögensverwaltung Frankreichs zuständigen Organs, und wurde im Jahr 2008 Mitglied des Group of Thirty.

Teilnehmer des Podiumsgesprächs an der Swiss-American-GV08 im Dolder: Rainer-Marc Frey und Philipp HildebrandTeilnehmer des Podiumsgesprächs an der GV-08 der Swiss-American-Chamber im neu eröffneten “Dolder”: Rainer Marc Frey und Philipp Hildebrand

Sportlich, natürlich, und mit sich selbst und seiner Umwelt im Klaren, ist Philipp Hildebrand als Referent beliebt. An Partys wird er selten gesehen. Die wenige Freizeit, die ihm neben seinen Pflichten als Geldpolitiker bleibt, verbringt er im engsten Familienkreis – oder mit sportlichen Aktivitäten. Der ehemalige Spitzenschwimmer und mehrfache Schweizer Meister in der 4-mal-100-Meter-Staffel hält sich heute mit Bergwanderungen, Velotouren und alpinem Skifahren fit.

Auf die Frage, ob er denn keine Schwächen habe, sagte Philipp Hildebrand im 2003 schmunzelnd: «Meine Schwäche ist meine dreijährige Tochter. Sie erreicht bei mir alles, was sie will.»  Philipp Hildebrand ist mit  der Galeristin Kashya Hildebrand, geborene Mahmood, verheiratet. Die amerikanische Staatsbürgerin führt ihre Galerie Kashya Hildebrand in Zürich.

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Galeristin Kashya Hildebrand und Ehemann Philipp Hildebrand am Zürcher Zoo-Fest 06

Zürcher Zoo-Fest 06: Galeristin Kashya Hildebrand und Ehemann Philipp Hildebrand

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