Sehen und gesehen

25. August 2007

Fred Kindles Chochete in Bad Ragaz

«Ich kann es mir als Manager nicht leisten, Chef zu spielen»

Text und Bilder: Silvia Pfenniger

Renaissance der Demut? Der erfreuliche Trend zeichnet sich bei etlichen Managern ab, doch Fred Kindle ist geradezu beispielhaft. Während seines Einsatzes als Gastkoch in der Küche des Gourmetrestaurants Äbtestube der Grand Hotels Bad Ragaz sagte er zum Stichwort Bescheidenheit: «Als Manager sind wir mehr denn je auf unser Team angewiesen, da kann es sich keiner leisten, Chef zu spielen.»

Auch in der Küche spielte Fred Kindle keine Chef-Rolle, sondern er kochte.Auch in der Küche spielte Fred Kindle keine Chef-Rolle, sondern er kochte.

Er wolle wissen, ob der ABB-Chef ebenso gut kochen könne, wie er geschäfte, erklärte einer der Gäste beim Apéro. Wie viel vom 5-Gang-Menü der erfolgreiche ABB-Chef von weltweit 120′000 Mitarbeitenden allein gekocht hat oder ob er vor allem Roland Schmid, dem Küchenchef der Äbtestube (17 Gault-Millau-Punkte) über die Schulter geguckt hat, haben die beiden Köche nicht verraten.

Kindle mit Lehrmeister Roland Schmid.Kindle mit Lehrmeister Roland Schmid.

Das Team, das beim Gelingen des 5-Gang-Menüs mitgewirkt hat.Das Team, das beim Gelingen des 5-Gang-Menüs mitgewirkt hat.

Immerhin verbrachte Kindle den ganzen Samstagnachmittag in der Küche. Ehefrau Mireille Kindle, die er kürzlich geheiratet hat, freute sich über den (koch-)freien Tag. Mit zwei eigenen und drei Kindern von Fred Kindle im Teenager-Alter ist dies selten genug. Nein, daheim sei seine Zeit zu knapp, um zu kochen, erzählte der ABB-Chef während einer kurzen Koch-Pause, die er benutzte, um die Rezeptbüchlein zu signieren, die jedem der Gäste überreicht wurden.

In der Pause galt es die Rezeptbüchlein für die Gäste zu signieren.In der Pause galt es, die Rezeptbüchlein für die Gäste zu signieren.

Nur ein Teil der Gäste waren Bekannte und Freunde von Fred und Mireille Kindle. Doch beim Apéro bediente Kindle, der strahlend mit dem Tablett voll feiner Häppchen aus der Küche kam, alle Gäste.

Strahlend servierte der Gastkoch zum Apero seine feinen Häppchen.
Strahlend servierte der Gastkoch zum Apéro seine feinen Häppchen.

Liechtensteiner, die sich kennen: Fred Kindle und Adolf Real, CEO VP Bank Group.Liechtensteiner, die sich kennen: Fred Kindle und Adolf Real, CEO VP Bank Group.

Die Aufgabe als Gastkoch machte ihm offensichtlich Spass. Die vielen Lorbeeren die er während des Abends auch für den Thunfisch-Tartar und das Contre-Filet de chevreuil erntete, reichte er aber sofort an Meisterkoch Roland Schmid weiter. Zwei der Gäste gingen mit Fred Kindle zur Schule. War er ein braver Schüler? Kindle zögerte kurz und gestand: «Brav nicht unbedingt, aber ich war ein guter Student. Deshalb konnte ich es mir auch leisten, nicht unbedingt brav zu sein.»

Das Trio hat zusammen die Schule besucht.Das Trio hat zusammen die Schule besucht.

Peter Tschirky, GL-Vorsitzender der Grand Hotels Bad Ragaz, hielt die Laudatio für Gastkoch Kindle und schenkte ihm eine Kochschürze.

Edith und Peter Tschirky, Roland Schmid mit Mireille und Fred Kindle (v.l.)Edith und Peter Tschirky, Roland Schmid mit Mireille und Fred Kindle (v.l.).

Beim Abschied posiert Peter Tschirki mit seinem Sohn, der auf seinen Papa wartete.Beim Abschied posiert Peter Tschirky mit seinem Sohn, der auf seinen Papa wartete.

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