Sehen und gesehen

30. September 2010

Fragwürdiger Angriff auf Corbusier und UBS (2.Teil)

(30.9.2010) Schreiberling Victor Weber wird sich ins Fäustchen lachen. Seine Rechnung ist weitgehend aufgegangen. Seine nicht ganz neue, aber spektakulär aufgefrischte Enthüllung von Le Corbusier, den er in der Sonntagszeitung als Antisemiten beschrieb, hat ein leides Thema aktiviert. Nicht zuletzt dank “entrüsteten” Leuten wie Vreni Müller-Hemmi, Zentralpräsidentin der Gesellschaft Schweiz-Israel und ehemalige Nationalrätin und  Yves Kugelmann, Chefredaktor der jüdischen Wochenzeitung «Tachles».

In Schweizer Medien sind innert einer Woche rund 60 Artikel über den “bösen Corbusier” (Tagesanzeiger!) erschienen. Die UBS hat den Corbusier-Teil ihrer Werbekampagne abgebrochen. Doch “Tachles”-Chefredaktor Kugelmann, der die Sache anheizte, ist es offenbar nicht mehr wohl. Zum Vorwurf “Ihr Einwand gegen die UBS-Kampagne kam nicht überall gut an. Viele Leute ärgern sich über jüdische Moralkeulen.” (Tagesanzeiger!), antwortet er nun ein paar Tage später: Ich mich auch. Der moralische Ansatz ist bei all diesen Diskussionen völlig verfehlt.”

Doch inzwischen fragt man sich in Zürich bereits, ob ein Corbusier-Platz noch erlaubt sei. Da liegt nun doch die Vermutung nahe, dass man mit solchen aufgebauschten aufgewärmten Enthüllungen von den aktuellen Problemen ablenken will. “Was hält wohl Hr. Kugelmann vom Palästina-Konflikt, wäre doch auch eine interessante Frage gewesen…”, schreibt Kurt Hauser im Leser-Kommentar.  Mein Leser-Kommentar mit dem Hinweis, dass die bedrohten  Friedensgespräche Nahost und der jüdische Siedlungsbau im Westjordanland wichtigere Themen seien als das Le-Corbusier-Spektakel, wurde vom Tagesanzeiger-Online nicht einmal abgedruckt. . . Ziemlich mimosenhaft vom Tagi, finde ich./Silvia Pfenniger

Vergleiche 1. Teil: Peinlicher Angriff auf UBS und Le Corbusier

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